. . Downloads | Links | Kontakt | Impressum Verein zur Förderung der Film- und Medienkompetenz an bayerischen Schulen

Kompetenzzentren Film an bayerischen Schulen

Film gilt seit dem 20. Jahrhundert als Leitmedium. Eine Gruppe von Lehrkräften bemüht sich seit geraumer Zeit darum, diesen Bereich der ästhetischen Bildung sowohl in der Lehrplanentwicklung als auch in der Unterrichtspraxis in angemessener Weise einzubringen. Die Filmtage bayerischer Schulen, ältestes Schülerfilmfestival Deutschlands, sind nach drei Jahrzehnten zu einem Forum gereift, aus dem heraus die entscheidenden Impulse  zur Auseinandersetzung mit Film in der Schule kommen. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus unterstützt diesen Ansatz tatkräftig. Auch mit bayerischen Universitäten entstehen Kooperationen mit dem Ziel, die aktive Filmarbeit in die erste Phase der Lehrerbildung zu integrieren.

An über 30 Schulen aller Art sind zwischenzeitlich mit nicht unerheblicher finanzieller Unterstützung des Ministeriums, der Sachaufwandsträger und der Firma Apple Bedingungen dafür geschaffen, dass interessierte Schüler und Lehrkräfte sich aktiv mit dem Medium auseinandersetzen können. Worin besteht die Aufgabe eines so genannten Kompetenzzentrums Film nun im Einzelnen?


 

Filme analysieren und die Ergebnisse produktiv nachvollziehen

In den aktuellen Lehrplänen ist die Analyse der ästhetischen Gestaltung und der Wirkung von Film in verschiedenen Fächern explizit ausgewiesen. In der Praxis setzen sich immer mehr Lehrkräfte in ihrem Unterricht mit dieser Thematik auseinander.

Es gilt als erwiesen, dass der kreative Gestaltungsprozess eines Films den größten Lernerfolg erwarten lässt. Dies wird bestätigt von Schülern und ihren Lehrkräften, die im Rahmen von Unterricht einen Videofilm erstellt haben. Wer die Grundregeln der Filmsprache begreift, gewinnt aktive Kompetenz und ist nicht mehr so leicht manipulierbar. Mit anderen Worten: wer selbst ein Video gedreht hat, sieht und hört die Botschaften des Fernsehens, des Films oder der DVDs anders, er hat einen kritischeren Zugang gewonnen.

Und genau das ist der Weg, den Lehrer mit ihren Schülern einschlagen: Sie setzen sich mit verschiedenen Genres des Films und deren Gestaltung auseinander, analysieren die "Machart" eines Videoclips, eines Trickfilms einer Dokumentation oder auch eines Spielfilms. Anschließend entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen, überlegen, wie diese in Bilder und Töne umgesetzt werden können. Sie drehen, schneiden und vertonen bis endlich ein fertiger Film entstanden ist, der dann der Kritik des Publikums standhalten muss.


 

Unterstützung mit moderner Ausstattung und aktuellem Know How

Die Kompetenzzentren Film sind an Schulen eingerichtet worden, an denen erfahrene Lehrkräfte Filmprojekte realisieren.

Lehrkräfte anderer Schulen, die sich beraten lassen möchten, erhalten hier praktische Hinweise. An manchen Kompetenzzentren kann man sich für ein zeitlich begrenztes Projekt Schnittcomputer auch ausleihen. Viele Kolleginnen und Kollegen an Kompetenzzentren Film haben bereits begonnen ihre Erkenntnisse in Fortbildungen weiter zu geben. Gerade weil diese Schulen sehr gut mit Digitalkameras und Schnittsystemen ausgestattet sind, bietet es sich an, mit den zu Verfügung stehenden Geräten auch Kurse in einzelnen Teilbereichen der Filmgestaltung durchzuführen. Dabei steht naturgemäß die Vermittlung von Erfahrungen im Vordergrund.


 

Externe Qualifizierung für engagierte Lehrer - finanziert auch von der Filmwirtschaft

Allerdings hatte bislang kaum eine Lehrkraft eine wirkliche Ausbildung im Handwerk des Filmverstehens und Filmemachens. Die Lehrkräfte an den Kompetenzzentren Film erarbeiteten sich vieles selbst, besuchten Fortbildungen, machten sich in der einschlägigen Literatur schlau. Dennoch fehlte lange ein umfassendes Qualifizierungsangebot. Dies hat sich nun geändert: Eine Qualifizierungsschiene ist konzipiert worden, die systematisch die Grundlagen von Film vermittelt.

Finanziert wurde das Vorhaben durch Sponsoren wie Apple, Canon, die Bavaria Film GmbH, die Vision Kino gGmbH in Potsdam/Babelsberg, organisatorisch getragen wurden die Veranstaltungen von der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen und das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Über vier Wochen verteilt auf eineinhalb Jahre arbeiten die beteiligten Lehrkräfte an allen Teilbereichen sowohl der Filmanalyse wie auch der Herstellung von Filmen, am Ende unterziehen sie sich einer "Prüfung" mit zertifizierten Anforderungen.

Dieser Qualifizierungszyklus war ein erster Schritt in Richtung auf eine aktive und fundierte Auseinandersetzung mit Film an bayerischen Schulen. Ein wichtiger nächster Schritt wird die verbindliche Verankerung dieser Inhalte in der Lehrerausbildung sein.

Der zweite Zyklus der Qualifizierung von Filmlehrern an der ALP in Dillingen ist in Vorbereitung. Er wird - ähnlich konzipiert wie der erste - im Herbst 2010 starten.

Johann Rambeck, Sprecher der Filminitiative an bayerischen Schulen